Navigation

Mathias Rohe zum legalistischen Islamismus als Gefahr in Deutschland

Auf Nachrichtenseite BR24 wurde in einem Artikel vom 16. September die Frage behandelt, warum legalistische Islamisten die Demokratie bedrohen. Laut Verfassungsschützern zeichne sich der legalistische Islamismus in Abgrenzung zum Dschihadismus durch Gewaltlosigkeit aus. Vielmehr werde eine dauerhafte Unterwanderung der Gesellschaft angestrebt, die letztendlich zur Errichtung von islamischen Staaten führe solle. Dabei gingen legalistisch-islamistische Gruppierungen wie die Furkan-Gemeinschaft so vor, dass sie sich explizit von der pluralistischen Gesellschaft abgrenzten und diese auf Vortägen als Feindbild verteufelten.

Dazu meint der Erlanger Rechts- und Islamwissenschaftler, sowie Gründungsrektor des EZIRE, Professor Mathias Rohe, die Probleme begännen „schon da, wo Menschen eine extreme Abgrenzung von ihrer Umgebung propagieren – eine ganz klare gut-böse Welt und damit eben auch einen letztlich politischen staatlichen Machtanspruch verbinden“.

Bereits in einem Beitrag vom 21. Juli auf der Nachrichten Plattform tagesschau.de hat Mathias Rohe eine Einschätzung zum Umgang mit dem legalistischen Islamismus in Deutschland abgegen.

Er erörtert, dass einige islamrechtliche Positionen zu Körperstrafen, die von legalistisch-islamistischen Gruppierungen wie der Furkan-Gemeinschaft vertreten werden, theologisch heute kaum noch vertretbar seien: „Die meisten islamisch geprägten Länder haben diese drakonischen Körperstrafen abgeschafft. Und das lässt sich durchaus auf der Basis von Scharia Argumentationen begründen, wenn man das islamische Recht als eine dynamische Materie liest.“

Neben der Kritik an legalistisch-islamistischen Bestrebungen warnt Rohe jedoch auch vor Verallgemeinerungen: „Wenn beispielsweise schon die Verwendung des Wortes Scharia, die islamische Normenlehre, als Verdachtsfall gilt, dann ist das weit übers Ziel hinausgeschossen. Denn Scharia kann auch heißen: beten, fasten, also schlicht und ergreifend Gebrauch machen von der Religionsfreiheit.“