Laufende Projekte

  • Projektleitung: Dr. Gerdien Jonker
  • Förderung: DFG
  • Laufzeit: 11.2020 – 11.2022

Mit diesem Projekt wollen wir untersuchen, wie ein Moscheearchiv funktioniert, welchen Gewinn seine Berücksichtigung für die Religionswissenschaft hat, und auf welche Weise sein Studium unser Verständnis von der Binnenkommunikation und Selbstorganisation religiöser Gemeinschaften bereichert. Damit soll erstmalig systematisches Wissen über Moscheearchive zur Verfügung gestellt und über die Funktion eines Moscheearchivs in multiplen Netzwerken Auskunft gegeben werden. Das Projekt leistet somit eine Vorarbeit, die in eine zukünftige Öffnung der Moscheearchive in Deutschland einfließen kann.

Im Fokus steht das Archiv der Ahmadiyya-Lahore-Moschee in Berlin. 2019 übergab die Gemeinde ihr Archiv dem Landesarchiv Berlin. Inzwischen ist das Findbuch unter LAB D Rep 920-16 publiziert worden. Das Archivgut reicht bis in das Jahr 1928 zurück und umfasst Verwaltungsvorgänge, Briefe und Notizbücher, Foto- und Postkartenalben, Missionstraktate sowie die Dokumentation von Missionsreisen.

Wir fragen danach, was in diesem Moscheearchiv archiviert und wie dabei vorgegangen wurde, welche Langzeitstrukturen sich dabei bildeten, welche Ziele damit verfolgt wurden und wie sich transnationale Netzwerke im Archivgut abbilden. Parallel dazu sondiert eine Projektarbeitsgruppe am EZIRE die Kultur des Aufbewahrens in ausgewählten Moscheen und stellt Synergien her.

 

Islamberatung in Bayern ist ein Projekt der Eugen-Biser-Stiftung in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung und dem Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa EZIRE an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Das Angebot richtet sich an Kommunen, Wohlfahrtsverbände und kirchliche Einrichtungen sowie an muslimische Verbände und Organisationen. Die Beratung erfolgt vertraulich, weltanschaulich neutral und kostenlos als Einzelfallberatung am Telefon, per Email oder vor Ort.

Seit vielen Jahrzehnten ist Muslimisches Leben in bayerischen Kommunen gesellschaftliche Realität: Schätzungen zufolge leben derzeit etwa 600.000 Muslime in Bayern – bei einer Gesamtbevölkerung von 13 Millionen Menschen. Die Studie „Brückenbauer in Bayern“ im Auftrag der Eugen-Biser-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung hat festgestellt, dass das Verhältnis zwischen bayerischen Kommunen und muslimischen Organisationen häufig von Vorurteilen und Verunsicherung geprägt ist. Gleichzeitig beschäftigen alle Beteiligten dieselben Fragen: Wie kann ein gutes Zusammenleben aussehen und wie gelingt die praktische Umsetzung? Hier setzt die Islamberatung in Bayern an, deren Beratungskonzept auf die Bedürfnisse der Ratsuchenden eingeht und mit ihnen gemeinsam kontextorientierte und bedarfsgerechte Lösungsmöglichkeiten vor Ort entwickelt.

Die Ziele der Islamberatung sind vielfältig. Durch die Vermittlung von Basiswissen und das Aufzeigen von Handlungskompetenzen in Beratungsgesprächen sollen Wissen gefördert und Kompetenzen gestärkt werden. Beteiligte Akteure werden so darin unterstützt, mit muslimisch geprägten Lebenswelten sowie kommunalen Strukturen und Prozessen umzugehen. Außerdem soll, im Sinnbild des Brückenbauens, Kommunikation ermöglicht werden – die Islamberatung initiiert Sprech- und Begegnungsanlässe zwischen den verschiedenen Akteuren, stellt Kontakte her und bringt Schlüsselpersonen zusammen. Sie bietet Hilfestellung im Aufbau, der Nutzung und Etablierung eines nachhaltigen Kooperationsnetzwerks vor Ort. Zudem sollen gemeinsam mit den beteiligten Akteuren Handlungsstrategien und Lösungen gefunden werden, um Fragen zu beantworten und konkrete Herausforderungen bewältigen zu können. Kontroverse Positionen im Zusammenleben werden religionskompetent moderiert, bei Bedarf vermittelt die Islamberatung zwischen den Konfliktparteien.

 

Die von der Islamberatung in Bayern abgedeckten Themenfelder sind:

  • Kooperationsmöglichkeiten zwischen kommunalen und muslimischen Akteuren in Arbeitskreisen und Gremien
  • Teilhabe muslimischer Organisationen an kommunalen Handlungsfeldern
  • Muslimische Kinder und Jugendliche in kommunalen Einrichtungen
  • Muslimische Seelsorge, Pflege und Bestattungen
  • Alter und Gesundheit
  • Flucht und Migration
  • Moscheebau und muslimisches Gemeindeleben
  • Dialogprojekte
  • Jugend- und Bildungsarbeit

Sowie in Absprache ggf. auch weitere Themen.

 

                        

 

Mediale Berichterstattung über das Projekt:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/islamberatung-fuer-kommunen-startet-2019-in-bayern,RBS8UE7

https://www.sonntagsblatt.de/artikel/bayern/neue-islamberatung-fuer-bayern-startet-zum-1-januar

https://www.sueddeutsche.de/bayern/islam-beratung-kommunen-1.4241923

https://www.islamische-zeitung.de/biser-stiftung-startet-islamberatung-fuer-kommunen-in-bayern/

https://www.presseclub-muenchen.de/veranstaltung-detail/ab-januar-2019-islamberatung-in-bayern-brueckenbauer-zwischen-muslimischen-lebenswelten-und-kommunen-2412.html

https://www.welt.de/regionales/bayern/article185080296/Beratungsstelle-soll-Kommunen-und-Muslime-zusammenbringen.html