Buchbeiträge

Weder Fluch noch Segen. Die Türkei und die deutsche Einheit

Publikation von Hüseyin Çiçek, in: Europa und die deutsche Einheit. Beobachtungen, Entscheidungen und Folgen, hg. von Michael Gehler und Maximilian Graf (2017)

Dr. Hüseyin Çiçek, Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am EZIRE, untersucht in seiner neuen Publikation „Weder Fluch noch Segen. Die Türkei und die deutsche Einheit“ die Bedeutung der deutschen Wiedervereinigung für das Verhältnis zur Türkei.

Der Beitrag ist Teil des Sammelbandes „Europa und die deutsche Einheit. Beobachtungen, Entscheidungen und Folgen“, herausgegeben von Michael Gehler und Maximilian Franz und erschienen im Vandenhoeck & Ruprecht Verlag.

Hisba (modern times)

Publikation von Jörn Thielmann in Gudrun Krämer et al (eds.): The Encyclopaedia of Islam Three. Leiden, Boston: Brill, 2017, fasc. 3, pp. 63-65.

The Transformation of Mythical, Biblical and Apocryphal Narrations in the Quran: A Mimetic Approach

Publikation von Hüseyin Ciçek, in:  Rüdiger, Braun und Çiçek, Hüseyin I., (ed.): New Approaches to Human Dignity in the context of Qur’anic Anthropology. The Quest for Humanity. Cambridge Scholars Publishing, 2017, S. 149-164

Der neue Sammelband von Rüdiger Braun und Dr. Hüseyin Çiçek, wissenschaftlicher Mitarbeiter am EZIRE, präsentiert Ansätze zur islamischen theologischen Anthropologie. Im Fokus steht insbesondere das Narrativ von Adam und Iblis, welches seinen Weg in alle monotheistischen Traditionen gefunden hat.

Der Schwerpunkt liegt auf der speziellen „Grammatik“ anthropologischer Narrative, einmal im Koran selbst, aber auch in seinen Auslegungen. Die normativen Implikationen des Menschenbildes, welches dem Koran und den interpretativen Schriften entnommen wird, werden außerdem im Buch diskutiert. Das Werk zeigt die dynamischen Wechselbeziehungen zwischen Koranhermeneutik, theologischer Anthropologie und Rechtsphilosophie im europäischen Kontext auf und verhilft zu einem tieferen Einblick in die Multiperspektivität und Indexikalität der theologischen Anthropologie.

Auch ein Beitrag von Hüseyin Çiçek selbst ist vertreten: In „The Transformation of Mythical, Biblical and Apocryphal Narrations in the Quran: A Mimetic Approach“ beleuchtet der Religionspolitologe exemplarisch die mimetische Koranexegese.

Verhalten der Menschen prüfen – Islam und deutsches Recht

Publikation von Mathias Rohe, in: Glanzlichter der Wissenschaft 2016, hg. vom Deutschen Hochschulverband (Dezember 2016)

Der Sammelband ‚Glanzlichter der Wissenschaft‘ vereinigt herausragende wissenschaftliche Veröffentlichungen und Vorträge renommierter Autoren, die im Laufe des Jahres 2016 entstanden sind. Sie spiegeln Entwicklungen wider, die über den Tag und das Jahr ihrer Veröffentlichung hinaus Bedeutung behalten – als Beispiele für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Themen unserer Zeit.

Türkische Migration nach Vorarlberg im Kontext individueller Gesellschaftserfahrungen

Publikation von Hüseyin I. Çiçek, in: WANDERUNGEN. Migration in Vorarlberg, Liechtenstein und der Ostschweiz zwischen 1700 bis 2000, hg. von Peter Melichar et al., Wien, S. 227-241 (Oktober 2016)

Die Autoren dieses Buches zeigen, welch große Bedeutung Wanderungen aller Art für die Regionen des mittleren Alpenraumes in den letzten 300 Jahren hatten, obwohl gerade hier das Selbstbild einer vermeintlich sesshaften Bevölkerung besonders verfestigt erscheint. Die Vielgestaltigkeit von Migration ist überraschend und keineswegs auf die bekannten Bündner Zuckerbäcker, Montafoner Krauthobler oder italienischen Bauarbeiter beschränkt. Es ist heute nicht mehr die Frage, ob – sondern vielmehr – in welchem Maß der Blick auf Migrationen unseren Zugang zur Geschichte beeinflusst. Was verändert sich, wenn man erkennt, dass Geschichte nicht nur die Geschichte von Klassenkämpfen, sondern auch die Geschichte von Wanderungen ist?

Europäisches Kollisionsrecht und religiöses Recht

Publikation von Mathias Rohe, in: Grundfragen des Europäischen Kollisionsrechts, hg. von Stefan Arnold (August 2016)

Das Europäische Kollisionsrecht dient der europäischen Idee eines Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts ohne Binnengrenzen. Diese Aufgabe kann es nur erfüllen, wenn sich die Akteure des Rechts immer wieder von Neuem seinen Grundfragen stellen. Sie betreffen zunächst die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Hintergründe, die für das Europäische Kollisionsrecht von herausragender Bedeutung sind. Die zusammengeführten Beiträge einer Tagung in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften nähern sich den Grundfragen an.

Mathias Rohe widmet sich in seinem Buchbeitrag dem Verhältnis des Europäischen Kollisionsrechts zu religiösem Recht. Er zeigt anhand etlicher Beispiele die Probleme auf, die bei der Anwendung religiös geprägten Rechts vor deutschen Gerichten entstehen können. Die Gerichte sollten diese Anwendung nur verweigern, wenn das konkrete Anwendungsergebnis – nicht die abstrakte Norm – gegen wesentliche Grundsätze des deutschen Rechts (den sogenannten „ordre public“) verstößt. Denn die pauschale Nichtanwendung diskriminierender Normen könne gerade diejenigen benachteiligen, die geschützt werden sollten, so Rohe. Das zeige sich etwa, wenn eine jahrelang misshandelte Ehefrau durch „Talaq-Scheidung“ von ihrem Ehemann einseitig verstoßen werde. Hier könne die Anerkennung der Scheidung den Interessen der Ehenfrau am besten entsprechen.

Regime Change and Islamic Movements: The Turkish AKP and the Egyptian MB in a Compartive Perspective

Publikation von Mahmoud Jaraba, in: Religiöse Bewegungen als politische Akteure im Nahen Osten, hg. von Peter Lintl, Christian Thuselt und Christian Wolff. (2016)

Der Sammelband diskutiert politisierte Religionen des Nahen Ostens, die heute mehr denn je virulent zu sein scheinen. Das Spektrum der Analysen soll dabei den Fokus auf jihadistische Akteure durchbrechen und auch andere islamische, christliche und jüdische Phänomene politischer Religiosität aufzeigen.

Die Erfassung der Anderen – Europäische Wahrnehmungen von Muslimen zwischen Überlieferung und Erfahrung

Publikation von Gerdien Jonker, in: Umstrittene Sichtbarkeit. Moscheebaukonflikte, in Österreich, Deutschland und der Schweiz, hg. von R. Bernhardt und E. Fürlinger (Zürich: TVZ-Verlag), S. 123-136. (2016)

Der Bau von Moscheen und Minaretten in europäischen Ländern ist nach wie vor umstritten. Erstmals werden in diesem Band die Situation des Moschee- und Minarettbaus und die damit verbundenen Auseinandersetzungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verglichen. Der erste Teil der Untersuchung bietet eine forschungsbasierte Übersicht zu den Moscheebaukonflikten in den drei Ländern. Um die zugrundeliegenden Dynamiken besser zu verstehen, versammelt der zweite Teil analytische Perspektiven verschiedener Disziplinen auf diese gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen. Damit bietet der Band eine umfassende Darstellung eines der zentralen Brennpunkte im Konfliktfeld rund um Islam und die Zuwanderung von Muslimen im deutschsprachigen Raum.

Nachahmung und Terrorismus

Publikation von Hüseyin I. Çiçek, in: Eskalation zum Äußersten?, hg. von Wilhelm Guggenberger und Wolfgang Palaver, S. 317-333. (November 2015)

Die Autoren dieses Bandes folgen René Girard durch die europäische Geschichte, führen skizzierte Linien aus, erhellen Rätselhaftes und markieren Inkonsequenzen in der Entfaltung seines Ansatzes. Kritisch gegengelesen kann Girards „Im Angesicht der Apokalypse“ ein wertvoller Beitrag zum Verständnis der jüngeren europäischen Geschichte und der gefährlichen Krisen unserer Gegenwart sein.

Der Beitrag von Hüseyin I. Çiçek überprüft Girards Ausführungen in Hinblick auf Gewalt, Krieg und Terrorismus durch staatliche und nichtstaatliche Akteure. Er zeigt auf, wie Girards Fundamentalanthropologie einen Erklärungsbeitrag zu Terroraktivitäten durch Staaten leisten kann und das Religionen nicht vorschnell für als Erklärungsfaktor für Terrorismus verantwortlich gemacht werden sollten.

Salafismus, Jihadismus und Islamismus in Deutschland

Publikation von Riem Spielhaus im Jahrbuch Extremismus & Demokratie, hrsg. von Uwe Backes, Alexander Gallus, Eckhard Jesse, S. 247-269 (2015)

Das Jahrbuch „Extremismus & Demokratie“ fördert die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Problemkreis des Links- und Rechtsextremismus sowie des Fundamentalismus. Es versteht sich als Diskussionsforum, Nachschlagewerk und Orientierungshilfe zugleich. Der 27. Band dokumentiert, kommentiert und analysiert umfassend die Entwicklung im Berichtsjahr 2014.

Neben Analysen, Daten und Dokumenten findet sich eine ausführliche Literaturschau zu den wichtigsten Publikationen aus dem Bereich der Extremismusforschung. Aktuelle Schwerpunkte bilden u. a. Fragen zur Positionierung des 20. Jahrhunderts in einem Koordinatensystem aus „Ideologie“ und „Wissen“, zum Populismus in Deutschland, zur hiesigen Liberalität und zur Äquidistanz gegenüber allen Formen des Extremismus. Schließlich wird eine Antwort auf die Frage gegeben, wieso der „Nationalsozialistische Untergrund“ von den Sicherheitsbehörden so lange unentdeckt geblieben ist.

Das vergessene Experiment. Deutsch – muslimische Wahlverwandtschaften in der Zwischenkriegszeit

Publikation von Gerdien Jonker, in Ouverture Spirituelle. Disputationes der Salzburger Festspiele 2014, hg. von Claudia Schmitt-Hahn. Salzburg: Herbert Batliner Institut, S. 35-41. (2015)

Das vergessene Experiment. Jüdisch – muslimische Wahlverwandtschaften in der Zwischenkriegszeit

Publikation von Gerdien Jonker, in: Interreligiöse Beziehungen im Wandel der Zeit, hg. von Michael Gabel, Jamal Malik und Justyna Okolowicz (Forum Religion, Bd. 11). Münster. (2015)

In ihrem Beitrag „Das vergessene Experiment. Jüdisch-muslimische Wahlverwandtschaften in der Zwischenkriegszeit“ beschreibt Gerdien Jonker Freundschaften und Kooperationen zwischen Juden und Muslimen im Berlin der Zwischenkriegsjahre. Nach Ende des ersten Weltkriegs zog Berlin muslimische Eliten in Massen an. Aufgrund der dort jedoch noch immer herrschenden Armut, nahmen viele jüdische Familien muslimische Studenten in der Hoffnung auf ausländische Währung bei sich zuhause auf. Als Zweckkooperation begonnen, entwickelten sich aus diesen Wohngemeinschaften oftmals Freundschaften, manchmal sogar Liebesbeziehungen und Ehen. Auch auf wissenschaftlicher Ebene wurde kooperiert.
Mit Beginn des zweiten Weltkriegs zeigte sich die Tiefe dieser Wahlverwandtschaften: So halfen viele der heimisch gewordenen Muslime ihren jüdischen Familien und Freunden, die durch die Naziherrschaft verfolgt wurden, bei deren Flucht, manchmal auch in islamische Länder.
Die muslimischen Helfer der Juden spielten in den Nachkriegserinnerungen und Helfergedenken jedoch lange keine Rolle – Ihre Bedeutung wurde verdrängt. Erst mit der Stolpersteinbewegung wurden die Schicksale der islamischen Fluchthelfer neu entdeckt. Wenn jedoch auch dieser Teil der Geschichte gestärkt wird, so Jonker, „dann erhält das europäische Gedächtnis des Islam ein anderes Gesicht.“

The Jews of Marienwerder: A Very Short History

Publikation von Gerdien Jonker, in: Schody Kawowe, Kwartalnik Kwidzyńskiego Towarzystwa Kulturalnego (Kwidzyn, PL). (2015)

In ihrem Beitrag “The Jews of Marienwerder: A very short History” zeichnet Gerdien Jonker das Leben von 50 jüdischen Familien nach, die nach der Annektierung Pommerns durch Preußen in Preußen verbleiben durften und eine jüdische Gemeinde in Marienwerder errichteten. Sie beschreibt die Geschichte der ersten Synagoge und das Alltagsleben der jüdischen Familien bis zu ihrer Deportation durch die Nationalsozialisten. Außerdem benennt sie die jüdischen Artefakte, die das Nazi-Regime überdauert haben und wirft die Frage auf, inwieweit diese Reliquien helfen können, den getöteten jüdischen Familien von Marienwerder als Andenken zu dienen.

In Search of Religious Modernity: Conversion to Islam in Interwar Berlin

Publikation von Gerdien Jonker, in: Muslims in Interwar Europe. A Transcultural Historical Perspective, hg. von Bekim Agai, Umar Ryad und Mehdi Sajid. Muslim Minority Series. Leiden: EJ Brill, 27-66. (2015)

Mit Hilfe von persönlichen und offiziellen Archiven, Memoiren, Artikeln und Korrespondenzen analysieren die Textbeiträge die vielfältigen religiösen, politischen und intellektuellen Verknüpfungen des Islams im Europa zwischen den Weltkriegen. Es wird argumentiert, dass Muslime im Zwischenkriegseuropa weder Besucher noch „Kolonial-Opfer“, sondern vielmehr eine Gruppe eigenständig agierender Akteure auf der europäischen und internationalen Ebene waren.

Der Beitrag von Gerdien Jonker untersucht muslimische Missionarstätigkeiten und deren Adressaten im Berlin der Zwischenkriegsjahre. Sie zeigt die verschiedenen Motivationen der Missionare unter Einbezug ihres kulturellen Hintergrunds auf und erklärt die Attraktivität der Konversion zum Islam für deutsche Christen und Juden in den 20er und 30er Jahren. Es wird deutlich, dass es insbesondere Modernisierungsbestrebungen sind, die die Interessen der jeweiligen Akteure rahmen.

Yearbook of Muslims in Europe Vol. 5 – Germany

Publikation von Mathias Rohe im Yearbook of Muslims in Europe, Vol. 5. (2013)

Mathias Rohe erläutert in seinem Beitrag im Jahrbuch der Muslime in Europa Fragen zur Herkunft der Muslime, erklärt das Verhältnis von Islam und deutschem Rechtsstaat, unter anderem am Beispiel des Familienrechts, und gibt Einblick in die rechtlichen Rahmenbedingungen der alltäglichen Lebenswelten der hier lebenden Muslime. Er beschreibt die Rolle muslimischer Organisationen und Verbände, erklärt Ernährungsvorschriften und deren Einhaltung in deutschem Umfeld und gibt einen Einblick in die Möglichkeiten islamischer Religionsausübung und religiöser Weiterbildung in Deutschland.