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Forschung

Abgeschlossene Projekte

 
  • Leitung des Moduls: Dr. Riem Spielhaus
  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Laufzeit: Juni 2015 – Mai 2016

Im Rahmen des einjährigen Projekts bearbeitet das von Riem Spielhaus geleitete Team des Moduls Datenlage methodische als auch wissenschaftsethische und politische Herausforderungen der empirischen Forschung zu Salafismus und Dschihadismus. Diese ergeben sich u.a. daraus, dass der Salafismus ein hochpolitisiertes, kriminalisiertes und dynamisches Feld darstellt und Salafisten und Dschihadisten selbst wissenschaftlichen Erhebungen nicht selten ablehnend gegenüberstehen. Vorliegende Daten basieren überwiegend auf Schätzungen von Sicherheitsbehörden und Erfahrungen zivilgesellschaftlicher Akteure in der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit. Im Hinblick auf die Verwendung solcher Daten ergeben sich eine ganze Reihe von Fragen, die vom Projektteam diskutiert werden. Ziel ist dabei auch, Möglichkeiten und Grenzen für zukünftige Forschungen in diesem Feld aufzuzeigen. Das Modul Datenlage ist Teil des vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung geleiteten Projektes Salafismus in Deutschand.

Zur Webseite des Gesamtprojektes

Publikationen aus dem Projekt

Blogbeiträge

  • Brauchen wir eigentlich wirklich mehr Forschung zum Salafismus? Und wenn ja: welche? Blogbeitrag von Riem Spielhaus, sicherheitspolitik-blog (21.01.2016).

In aktuellen politischen Debatten genauso wie in wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird häufig festgestellt, dass wir zu wenig über das Phänomen des Salafismus wissen. In der Tat: Auf empirischen Daten basierende Veröffentlichungen sind immer noch selten, während konzeptuelle und ideengeschichtliche Auseinandersetzungen mit dem salafistischen Feld in den vorhandenen Publikationen ebenso überwiegen wie die Zahlen aus Sicherheitsbehörden. Was sind die Ursachen dafür, welches Wissen benötigen wir und welche Forschungsansätze sind vielversprechend?

  • Ein Blick über den Zaun: Salafismus in den Niederlanden, Blogbeitrag von Klaus Hummel, sicherheitspolitik-blog (08.12.2016).

Das e-book zum Blog

Filmbeiträge

Synopse (mit Film und wichtigsten Ergebnissen inklusive Empfehlungen)

Buchbeiträge

Riem Spielhaus in: Salafismus und Jihadismus in Deutschland. Ursachen, Dynamiken und Handlungsempfehlungen, herausgegeben von Biene, Janusz/Daase, Christopher/Junk, Julian/Müller, Harald. Erscheinungsdatum: Dezember 2016

Übersicht der Publikationen

Weiterführende Literatur zu dem Thema: Riem Spielhaus (2015): „Salafismus, Jihadismus und Islamismus in Deutschland.“ Uwe Backes, Alexander Gallus, und Eckhard Jesse (Hrsg.) /Jahrbuch Extremismus & Demokratie/(E & D) 27, Baden-Baden: Nomos Verlag, 247–269.

Im Zentrum dieser Studie stehen die muslimischen Communities Berlins unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Dabei beschränkt sie sich auftragsgemäß auf Fragen familien- und strafrechtlicher Relevanz. Zwar finden sich Phänomene der Paralleljustiz auch außerhalb dieser Rechtsbereiche, etwa im Vertrags- und Deliktsrecht. Sie weisen indes häufig Verbindungen zu familien- oder strafrechtsrelevanten Aspekten auf. Die Rahmenbedingungen dieser Studie erforderten eine Konzentration auf exemplarische Untersuchungen bestimmter kulturell-ethnisch-religiös geprägter Milieus. Damit wird das Phänomen der Paralleljustiz keineswegs erschöpft. Es zeigt sich typischerweise innerhalb von Strukturen der Organisierten Kriminalität (OK) in- und ausländischer Herkunft sowie in Milieus, die wenig sozialen Zugang zum Staat und zur Zivilgesellschaft haben, sich nicht mit deren Grundlagen identifizieren oder Konfliktlösung aus kulturellen Gründen generell intern halten wollen. Wichtig ist festzuhalten, dass Paralleljustiz für keine ethnisch, kulturell oder religiös definierte Bevölkerungsgruppe typisch ist. Die Erkenntnisse dieser Studie beruhen in ihren empirischen Teilen auf 93 Interviews mit VertreterInnen kultureller (vorwiegend arabisch-kurdischer Familien und Clans) und islamisch-religiöser Milieus und Organisationen unterschiedlicher ethnischer und kulturell-religiöser Hintergründe sowie auf Experteninterviews mit VertreterInnen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz, sonstiger Verwaltung, säkularen NGOs und Wissenschaft.

Publikationen aus dem Projekt

  • Leitung des Projekts: Dr. Riem Spielhaus
  • Förderung: Beauftragter des Berliner Senats für Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften
  • Laufzeit: 2013 – 2015
  • Mitarbeiterin: Nina Mühe
  • Fotographisches Konzept: Julius Matuschik

Mit einer Befragung, die die Mehrheit der Moscheen und islamischen Gebetsräume in Berlin erfassen soll, werden die Ergebnisse vorangegangener Erhebungen zu islamischen Gebetsräumen in Berlin von 1996/97 und 2005/6 aktualisiert und unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und politischer Veränderungen im Land Berlin analysiert. Diese Befragungen werden durch Interviews und Analysen von Einzelprojekten und Initiativen von Musliminnen und Muslimen in der Stadt ergänzt. Auf dieser Grundlage erfolgt die Konzeption einer umfassenden Veröffentlichung zum muslimischen Leben in Berlin. Neben den in einer Einleitung und inhaltlichen Artikeln aufbereiteten Ergebnissen der Befragungen durch die beiden Herausgeberinnen Nina Mühe und Riem Spielhaus werden 5-6 weitere Autorinnen und Autoren zu Gastbeiträgen über spezielle Themen eingeladen. Die Ergebnisse der Befragungen werden durch visualisierendes Material (Graphiken, Tabellen, Karten u.ä.) und ein fotographisches Konzept ergänzt.

Publikation

Islamisches Gemeindeleben in Berlin (Im Erscheinen – voraussichtlich Ende 2016)

  • Leitung des Projekts: Dr. Baudouin Dupret (CNRS/Centre Jacques Berque, Rabat, Marokko), Dr. Jörn Thielmann (EZIRE)
  • Förderung: Agence nationale de la recherche ANR & Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG
    Die Antragstellung wurde durch das BFHZ gefördert.
  • Laufzeit: 2011 – 2013 [verlängert bis Januar 2016]
  • Mitarbeiter: Ass. iur. Martin Herzog, Stephanie Müssig M.A., Dr. Ursula Günther (Okt. 2011 bis Sept. 2014)

Das gemeinsam mit dem Centre Jacques Berque (CJB, Rabat, Marokko) durchgeführte Projekt untersucht aus einer rechtsethnologischen, praxisorientierten Perspektive Recht in muslimischen oder teilweise muslimischen Gesellschaften. Die Beschäftigung mit diesem Feld – von der Aus- und Fortbildung bis hin zum Justizapparat und den Vollstreckungsbehörden – wurde in der muslimischen Welt bislang vernachlässigt. Dieses vor allem aus dem Spannungsfeld von Recht und Islam hervorgehendes Defizit soll problematisiert und die verbreitetete Antwort darauf respezifiziert werden.

PROMETEE verfolgt dabei zwei Ziele. Zum einen wird die Formulierung einer Theorie zum pluralen Charakter des Rechts angestrebt. Mit Hilfe der Auswertung von Rechtstexten und -praktiken werden hier Rechtsethnographie und Linguistik für den muslimischen Kontext angewandt. Zum anderen strebt die Untersuchung an, Bezüge zum Islam mittels einer anthropologischen Betrachtung des Eigentums zu dekulturalisieren und deessentialisieren. Somit soll es schlussendlich möglich sein zu benennen, welche Komponenten genuin islamisch sind.

Publikationen aus dem Projekt

Untersuchung zur Rolle islamischer Normen im Alltag von Muslimen

Spielen islamische Gebote eine Rolle für Muslime, wenn sie Entscheidungen über den Umgang mit ihrem Eigentum im Alltag treffen müssen? Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass einige Gebote von Muslimen stärker beachtet werden als andere. EZIRE-Mitarbeiterin Stephanie Müssig hat in ihrem systematischen Review herausgefunden, dass Muslime besonders islamische Normen zum Konsum beachten. Islamische Normen zum Umgang mit Produktionsgütern spielen im Alltag von Muslimen eher eine untergeordnete Rolle.

In ihrer Auswertung von 20 Forschungsarbeiten zur Rolle islamischer Konsum- und Produktionsgebote im Alltag von Muslimen kommt Stephanie Müssig zu folgendem Ergebnis: Islamische Normen, die den Umgang mit Eigentum in Bezug auf Konsum regeln, beeinflussen Einstellungen und Handlungsentscheidungen von Muslimen im Alltag. Dies betrifft beispielsweise den Konsum von halal geschlachtetem Fleisch oder den Konsum von Alkohol, der im Islam verboten ist, aber auch Konsumentscheidungen im Allgemeinen. Dagegen haben islamische Normen, die den Umgang mit Produktionsgütern regeln, für Muslime einen geringeren Stellenwert. So spielen islamische Normen kaum eine Rolle, wenn Muslime Investitionsentscheidungen treffen oder für ihre Unternehmensführung.

Für den systematischen Review hat Stephanie Müssig sechs wichtige elektronische Zeitschriftendatenbanken der Sozial- und Islamwissenschaften nach Forschungen bis August 2013 durchsucht, die sich mit der Bedeutung islamischer Normen in Konsum- und Produktionsfragen von Muslimen in Westeuropa empirisch auseinandersetzen. Die Autorin konnte 20 relevante Forschungsarbeiten identifizieren, deren Ergebnisse sie auswertete. Der systematische Review ist in der Zeitschrift „Journal of Muslims in Europe“ unter dem Titel „Muslims‘ Day-to-Day Handling of Property and the Adherence to Islamic Norms. A Systematic Review of Studies for Western Europe“ erschienen.

Abhandlung zur Brautgabe (mahr) aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen

Aus islamwissenschaftlicher, juristischer und soziologischer Perspektive haben sich die EZIRE-MitarbeiterInnen Ursula Günther, Martin Herzog und Stephanie Müssig mit der islamischen Brautgabe (mahr) auseinander gesetzt. Die Abhandlung ist unter dem Titel „Researching Mahr in Germany: A Multidisciplinary Approach“ in der Zeitschrift „Review of Middle East Studies“ erschienen.

Understanding Property in Moslem Transitional Environments: The French-German PROMETEE research project

Dupret, Badouin/Thielmann, Jörn, in: GAIR-Mitteilungen 2013, 5. Jg., S. 62-69.

Projekt-Website des französischen Partners Centre Jacques Berque: PROMETEE

  • Leitung des Projekts: Dr. Ursula Klimiont, Bildungszentrum Nürnberg
  • Laufzeit: 2012 – 2014

Im Mittelpunkt des Projekts standen religiöses Führungspersonal, Ehrenamtliche und Vorstände von interreligiösen Gemeinschaften, die in spirituellen sowie alltagsrelevanten Fragen und Situationen eine große Rolle spielen. Sie leisten täglich bedeutende Beratungsarbeit und praktischen Beistand. In diesem Fortbildungsprogramm sollte das religiöse Führungspersonal und die aktiven Ehrenamtlichen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet und in ihrer einzigartigen Brückenfunktion unterstützt werden, um somit den Integrationsprozess ihrer Gemeindemitglieder positiv beeinflussen zu können.

Publikationen

Eine Handreichung ist über die Projektleitung beziehbar.

Zur Website

Teilprojekt WP-3 „The Family“ (Leiter: Prof. Dr. Mathias Rohe) des europäischen FP-7-Projekts „Religious Diversity and Secular Models in Europe– Innovative Approaches to Law and Policy“ (Sprecherin: Prof. Marie-Claire Foblets, K.U. Leuven).

  • Förderung: European Commission Directorate General Research – Unit L Science, Economy and Society (Seventh Framework Programme)
  • Laufzeit: 2010 – 2012 [verlängert bis Mai 2013]

Das RELIGARE Projekt ist ein von der Generaldirektion Forschung – Referat L Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Europäischen Kommission finanziertes dreijähriges Forschungsprojekt. Es umfasst 13 Universitäten und Forschungszentren aus der  Europäischen Union und der Türkei. RELIGARE beschäftigt sich mit Religionen, Eigentum, Glauben und Säkularismus. Es untersucht die aktuellen Gegebenheiten in Europa, einschließlich der gesetzlichen Vorschriften zum Schutz oder zur Begrenzung (Einschränkung) der Erfahrungen von religiösen oder anderen glaubensbasierten Gemeinden. Wenn Praktiken der Gemeinden oder Einzelpersonen nicht die Anforderungen des Landesrechts entsprechen, oder wenn Gemeinden sich ihrer eigenen Rechtssysteme oder Gerichte aneignen, müssen die Gründe für diese Entwicklungen verstanden werden.

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