Islamberatung in Bayern

Brückenbauer zwischen muslimisch geprägten Lebenswelten und Kommunen

Islamberatung in Bayern ist ein Projekt der Eugen-Biser-Stiftung in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung und dem Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa EZIRE an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Das Angebot richtet sich an Kommunen, Wohlfahrtsverbände und kirchliche Einrichtungen sowie an muslimische Verbände und Organisationen. Die Beratung erfolgt vertraulich, weltanschaulich neutral und kostenlos als Einzelfallberatung am Telefon, per E-Mail oder vor Ort.

Kooperationspartner: Eugen-Biser-Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa

Projektleitung am EZIRE: Dr. Jörn Thielmann

Förderung: Robert Bosch Stiftung

Laufzeit: 2019 – 2024

Mitarbeiterin am EZIRE: Dr. Nina Nowar

Projekthomepage

Bedarfsanalyse

Seit vielen Jahrzehnten ist Muslimisches Leben in bayerischen Kommunen gesellschaftliche Realität: Schätzungen zufolge leben derzeit etwa 600.000 Muslime in Bayern – bei einer Gesamtbevölkerung von 13 Millionen Menschen. Die Studie „Brückenbauer in Bayern“ im Auftrag der Eugen-Biser-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung hat festgestellt, dass das Verhältnis zwischen bayerischen Kommunen und muslimischen Organisationen häufig von Vorurteilen und Verunsicherung geprägt ist. Gleichzeitig beschäftigen alle Beteiligten dieselben Fragen: Wie kann ein gutes Zusammenleben aussehen und wie gelingt die praktische Umsetzung? Hier setzt die Islamberatung in Bayern an, deren Beratungskonzept auf die Bedürfnisse der Ratsuchenden eingeht und mit ihnen gemeinsam kontextorientierte und bedarfsgerechte Lösungsmöglichkeiten vor Ort entwickelt.

Die Ziele der Islamberatung sind vielfältig. Durch die Vermittlung von Basiswissen und das Aufzeigen von Handlungskompetenzen in Beratungsgesprächen sollen Wissen gefördert und Kompetenzen gestärkt werden. Beteiligte Akteure werden so darin unterstützt, mit muslimisch geprägten Lebenswelten sowie kommunalen Strukturen und Prozessen umzugehen. Außerdem soll, im Sinnbild des Brückenbauens, Kommunikation ermöglicht werden – die Islamberatung initiiert Sprech- und Begegnungsanlässe zwischen den verschiedenen Akteuren, stellt Kontakte her und bringt Schlüsselpersonen zusammen. Sie bietet Hilfestellung im Aufbau, der Nutzung und Etablierung eines nachhaltigen Kooperationsnetzwerks vor Ort. Zudem sollen gemeinsam mit den beteiligten Akteuren Handlungsstrategien und Lösungen gefunden werden, um Fragen zu beantworten und konkrete Herausforderungen bewältigen zu können. Kontroverse Positionen im Zusammenleben werden religionskompetent moderiert, bei Bedarf vermittelt die Islamberatung zwischen den Konfliktparteien.

 

Die von der Islamberatung in Bayern abgedeckten Themenfelder sind:

  • Kooperationsmöglichkeiten zwischen kommunalen und muslimischen Akteuren in Arbeitskreisen und Gremien
  • Teilhabe muslimischer Organisationen an kommunalen Handlungsfeldern
  • Muslimische Kinder und Jugendliche in kommunalen Einrichtungen
  • Muslimische Seelsorge, Pflege und Bestattungen
  • Alter und Gesundheit
  • Flucht und Migration
  • Moscheebau und muslimisches Gemeindeleben
  • Dialogprojekte
  • Jugend- und Bildungsarbeit

Sowie in Absprache ggf. auch weitere Themen.

                 

 

Mediale Berichterstattung über das Projekt: