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Mathias Rohe auf der Fachtagung „Islamische Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts – Chancen und Herausforderungen“

Quelle: SCHURA Hamburg

EZIRE-Direktor und Islamwissenschaftler Mathias Rohe sprach am 21. September 2019 auf der Fachtagung „Islamische Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts“ der SCHURA Hamburg über die mit einem solchen Status verbundenen Chancen und Herausforderungen. Anlass der Fachtagung war, neben aktuellen Diskussionen um Moscheesteuer und Imamausbildung, der in Hamburg seit 2013 bestehende Staatsvertrag, nach dem von der islamischen Religionsgemeinschaft die Erlangung der Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts angestrebt wird.

Mathias Rohe ging in seinem Vortrag auf die Voraussetzungen für die Anerkennung als Körperschaft ein. Diese seien neben dem Bestehen einer Religionsgemeinschaft auch die Gewährleistung der Dauer und die Rechtstreue des Verbandes. Auch das Vorhandensein notwendiger finanzieller Ressourcen spiele eine Rolle, außerdem seien Mitgliederlisten erforderlich.

Rohe vertrat zudem die Einschätzung, dass in einem Anerkennungsverfahren der Einfluss ausländischer Organisationen eine Rolle spiele – wobei nicht das Bestehen theologischer Autoritäten, sondern ein politischer Einfluss auf die Religion kritisch gesehen würde.

Ebenso wichtig wie die Erfüllung rechtlicher Kriterien erachte er die Etablierung eines Vertrauensverhältnisses, so Rohe. Er empfahl den Muslimen dringend, ihre Prozesse einschließlich interner Konflikte möglichst transparent zu gestalten. Angesichts rauer werdender politischer Auseinandersetzungen werde es zudem immer wichtiger, dass die Muslime für ihre Anliegen gesellschaftliche Verbündete gewännen.