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Hüseyin Çiçek: Mit der Unterzeichnung des „zusätzlichen Protokolls“ zum Sotschi-Memorandum hat Erdoğan seine Pläne und Strategie aufgegeben

Quelle: ErikaWittlieb / Pixabay

In einem Gastkommentar im Wiener Standard vom 10. März äußerte sich der Politologe und assoziiertes EZIRE-Mitglied Hüseyin Çiçek zur Vereinbarung eines Waffenstillstands zwischen den Konfliktparteien in der syrischen Provinz Idlib. Ihm zufolge führe diese Übereinkunft zu einer „diplomatischen und politischen Niederlage Präsident Erdoğans und der AKP“. Denn die Türkei habe eingewilligt, sich jeweils sechs Kilometer nördlich und südlich der strategisch wichtigen Autobahn M 4 und die mit ihr kämpfenden jihadistischen Gruppierungen zurückzuziehen. Dieser Rückzug ermögliche dem syrischen Regime und seinem russischen Verbündeten, die wichtige Verkehrsroute für deren Interessen zu nutzen.

Weiterhin führt Çiçek aus, dass der Waffenstillstand Präsident Erdoğan innenpolitisch nutzen könnte. Denn indem die türkischen Truppen aus dem Kriegsgebiet zurückgezogen würden und die Beziehung zu den Rebellen gekappt werde, werde somit der Opposition im eigenen Land die Möglichkeit geraubt, auf Grundlage steigender Todeszahlen türkischer Armeemitglieder seine Person und Politik zu diskreditieren.

Abschließend stellt er fest, dass die türkische Regierung, aufgrund des absehbaren Bedeutungsverlustes der Türkei als Akteur in Syrien, gut beraten sei, wenn sie sich wieder um eine Annäherung und Einigung mit der EU bemühe.