Neue Publikation von Gerdien Jonker: Zwischen Juden und Muslimen. Eine europäische Familiengeschichte 1836 – 2016

Quelle: Wallstein Verlag

Das neue Buch von Gerdien Jonker, welches 2018 im Wallstein Verlag erscheint, erzählt die Geschichte der Oettingers, einer preußisch-jüdischen Familie aus Posen. 1836 als deutsche Bürger anerkannt, wandelten sich die Mitglieder von preußischen Juden zu deutschen Patrioten, die ihre Treue zum deutschen Reich durch die Taufe ihrer Kinder unter Beweis stellten. Aus Patrioten wurden alsbald überzeugte Lebensreformer, die danach strebten, ihren Alltag mit neuer Bedeutung aufzuladen. Es waren die Frauen der Familie, Emilia Oettinger und ihre Töchter Lisa und Susanna, die sich in der Zwischenkriegszeit einer muslimischen Avantgarde anschlossen, mit dem Ziel, einer globalen Weltkultur anzugehören. Krieg und Verfolgung bildeten zwar auch für sie eine existentielle Zäsur. Sie überlebten dennoch, emigrierten nach dem Krieg nach England und knüpften dort wieder an muslimische Netzwerke an. Für ihre Kinder stand der Islam im Mittelpunkt, bis auch sie die Konversion als Mittel zur Veränderung ins Auge fassten.

Jonker, wissenschaftliche Mitarbeiterin am EZIRE, zeichnet in ihrem Werk mithilfe von Rückblicken von Zeitzeugen und historischen Rekonstruktionen den Weg der Familie Oettinger nach und zeigt ein neues Kapitel europäischer Religionsgeschichte auf.