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Neuer Artikel von Mahmoud Jaraba veröffentlicht – Journal of Muslim Minority Affairs

Zugeschlagener Aktenstapel
Bild: Colourbox.de

Dr. Mahmoud Jaraba – assoziiertes Mitglied beim EZIRE und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung – hat im Journal of Muslim Minority Affairs einen Artikel mit dem Titel „Khul‘ in Action: How Do Local Muslim Communities in Germany Dissolve an Islamic Religious-Only Marriage?“ veröffentlicht.

Ḫulʿ / khulʿ (englisch) bezeichnet im Islam die von der Frau initiierte Scheidung oder den Selbstloskauf der Frau aus der Ehe.

Ausgehend von langjähriger Feldforschung sowie Dokumenten, die 51 privat durchgeführte hulʿ bezeugen, wirft Jaraba in seinem Artikel zwei Fragen auf: Erstens, wie beeinflusst der säkulare Rahmen des deutschen Staates die Praxis des ḫulʿ in lokalen muslimischen Gemeinden? Zweitens, wie entwickeln lokale religiöse Akteure außerjuristische Formen der Schlichtung (mediation und arbitration) – Handlungsort ist oft die Moschee oder ein privater Ort -, um gewisse Aspekte der sharīʿa zu erfüllen?

Jaraba argumentiert, dass das Fehlen einer anerkannten islamisch-rechtlichen Autoritätsperson oder einer anerkannten Form der islamischen Schlichtung in Deutschland zur Etablierung „lokaler Experten“ in muslimischen Gemeinschaften geführt habe. Diese erweckten den Anschein Elemente der sharīʿa innerhalb ihrer informellen (Ehe)Schlichtung umzusetzen. Daraus folgten neue religiöse Aktionen und Normen, die in Ländern wie Deutschland, wo Muslime eine deutliche Minderheit bildeten, in Zukunft möglicherweise normalisiert werden könnten.

Hier geht es zum Artikel.