Mahmoud Jaraba über die Strategie der Polizei im Kampf gegen „Clan-Kriminalität“

Presseausweis mit Kugelschreiber
Bild: Panthermedia.net - Harald Richterrichterfoto.de

Die Berliner Zeitung veröffentlichte am 25.05. einen Artikel über die Strategie der Polizei im Kampf gegen sogenannte „Clan-Kriminalität“.

Dem Beitrag liegt ein Interview zugrunde, welches mit Mahmoud Jaraba geführt wurde und worin er seine Einschätzung zum Vorgehen der Berliner Polizei abgab. Er kritisiert darin die „Strategie der Nadelstiche“, die sich in sogenannten Verbundeinsätzen äußere, jedoch einer völlig falschen Logik folge. Das „Clan-Modell“ als solches sei zu hinterfragen, da komplexe soziale Phänomene in ein Erklärungsmuster gepresst würden, welches die Realität nicht abbilde. Kriminelle Aktivitäten würden nicht in Clans organisiert, „sondern in deutlich kleineren familiären Einheiten“. „Clans“ seien in diesem Zusammenhang eine von Sicherheitsbehörden konstruierte soziale Einheit. Durch die öffentliche Wahrnehmung und den undifferenzierten medialen Umgang würden nicht-kriminelle Familienmitglieder in eine „Spirale der Ausgrenzung“ geraten, was wiederum die Chancen erhöhe, doch kriminell zu werden.

Mahmoud Jaraba fordert entschieden, das Phänomen in seiner Komplexität besser zu greifen und darauf aufbauend Präventionsprogramme auszubauen und finanziell besser zu unterstützen.